England-Trip Team Giesswein Teil IV, 24-25.4.11

Teil I, 5.-20.4.11

Teil II, 20.-22.4.11

Teil III, 23.4.11

 

25.4.11 Final Day und Fotonachlese Cross

Schlussresultate

Mark Todd gewinnt mit NZB Landvision nach 1980 (Horton Point) und 1994 (Southern Comfort) zum dritten Mal die 'Classic' von Badminton. Dass es möglich ist, diese für Insider grösste, wichtigste und traditionsreichste Prüfung der Welt innerhalb von über 3 Jahrzehnten dreimal zu gewinnen, ist wohl einmalig in der Sportwelt. Auf dem zweiten und dritten Rang folgen Britinnen - und damit ist das begeistert mirgehende Publikum in seinem Nationalstolz doch einigermassen befriedigt. Beide Ladys zeigten makellose Runden im Springen. Piggy French kam mit Jakata auf den zweiten, Publikumsliebling Mary King - ebenfalls eine CC-Reiterin, die seit rund drei Jahrzehnten auf höchstem Niveau reitet - mit Imperial Cavalier auf den dritten Platz.

Unter den Top Ten findet sich aber auch die erst 21-jährige Badminton-Novizin Laura Collett mit dem bildschönen Rayef

'Grün' sind die beiden allerdings nicht. Die junge Profireiterin machte schon als Juniorin von sich reden, als sie in Avenches Europameisterin wurde.

Aber dass sich alt-erfahrene und junge Reiter auf höchstem Niveau Paroli bieten, gehört ebenso zur Vielseitigkeit unseres Sports wie die Palette verschiedenster Pferdetypen und -grössen. Vom Fast-Pony bis zum Riesen trifft man alles an!

Heinz Giesswein stand längere Zeit (bis zu Jrina mit Nr. 41) am zweiten Wasser und schoss vor allem Bilder von den paar Sprüngen, die von dort aus sichtbar waren: Die beiden 'Korbrollen' Nummer 19 mit der scharfen Linkswendung auf Wassereinsprung 20, im Wasser wiederum Wendung nach links und In-Out-Aussprung 20BC. Diese paar wenigen Sprünge erlauben aber interessante Stilstudien, die vom deutlichen Safetyseat beim Drop 20A bzw. beim Aussprung C (Karim Laghouag) bis zu Vorlage wie auf der Flachen (Susanna Bordone) alles zeigen - auch hier gibt es wohl kaum eine sakrosankte Regel, was denn einzig und allein richtig sein soll.

Hier erwischte er mit dem Supertele noch Andrew Nicholson mit Avebury über den weit entfernten Bullfinch Nummer 9

...und dann wieder am Wasser (19 und 20C)

 

Die sympathische Deutsche Anna Warnecke mit Twinkle Bee, die sich für eine etwas verpatzte Dressur mit einem Nuller im Gelände revanchierte.

 

Aoife Clark mit Vaguely North

 

Caroline Powell mit Boston Two Tip

 

Emily Llewellyn mit Pardon me

 

Ingrid Klimke mit Abraxxas (man beachte die Hinterbeine!)

 

William Fox Pitt, Navigator

 

Georgie Spence, Birthday Night

 

Karim Laghouag, Havenir d'Azac

 

Laura Collett, Rayef

 

Lauren Shannon, Zero Flight

 

Lucy Wiegersmaa, Woodfalls Inigo Jones

 

Mark Kyle, Step in Time

 

Niklas Lindbäck, Mister Pooh

 

Susanna Bordone, Carrera

 

Mark Todd mit Zweitpferd Major Milestone

 

Rätsel: warum verliert der zweite Helfer (Christian Hofmeister) auf den ersten Helfer (Dominik Müller) auf diesem Teilstück des langen Wegs vom Stall in den Zielraum leicht an Boden?

 

Jrina und Thunder kämpfen sich doch noch in den Teich...

...wo es andere höchst vergnüglich finden!

 

Ein paar weitere Fotos von der Badminton-Website

Die Grooms mussten am Start und Ziel sein und konnten nicht im Gelände rumsausen; sie konnten die Ritte ihrer ChefInnen aber von der Main-Arena aus verfolgen (hier die beiden von Lucinda, die gerade in überragender Manier 10ABC überwindet)

Beim Tisch (17) stimmte noch alles für Andreas Ostholt und Franco Jeas

William Fox Pitt und Cool Mountain, wie so oft im Bilderbuchstil, hier über 10A

Was aussieht wie ein Vorkommnis, ist keins. Die Französin Gwendolen Fer kann mit Leria du Ter ein unfreiwilliges Bad vermeiden. Aber Laurence Hunt schied hier aus mit Phoebus - und damit ist meine gestrige Behauptung widerlegt, es sei beim ersten Wasser (14AB) rein gar nix passiert. Wir schauten dieses schräg-schräg-Kombination mit Drop und Wasser als sehr anspruchsvoll an, unterschätzten dafür vielleicht den Sprung davor (Nr 13, schmale Hecke, schräg hinter Graben:

Hier gab es viele Redoublierer, verzögerte Absprünge - und einige Reiter gabe ausserordentlich deutliche Hilfen, um sicher auf die andere Seite zu kommen

Louise Lyons aus Irland mit Murphy's Miracle in schöner Pace

Imperial Cavalier und Mary King, die wie immer mit viel Akrobatik durch's Gelände steuerte

2x Ruth Edge und Two Thyme, die Führenden nach der Dressur, die nach 2 Vorkommnissen (bei 24 und 25) aufgaben

Willing to perform!

Nur Fliegen ist schöner! (12A)

Letztstarter Mark Todd mit NZB Landvision über 10C

16C

und im Ziel die Führung im Zwischenklassement übernehmend.

 

24.4.11, Crosscountry Day at Badminton

Resultate nach Dressur und Gelände

Erstens kommt es anders - und zweitens als man denkt. Der Geländetag war in jeder Hinsicht abenteuerlich. Ich erwartete ein paar Run-out bei bestimmten Sprüngen (z.B. bei 14B, Hecke nach dem ersten Wasser - dort gab es aber kein einziges Vorkommnis!) dafür insgesamt auf der Strecke erstaunlich viele Stürze. Es war zwar nicht so warm wie an den Vortagen, trotzdem sah man einige müde Pferde im letzten Teil der Strecke - und auch Stürze, die sich wohl in der ersten Hälfte der Strecke nicht ereignet hätten; dies durchaus auch bei sehr erfahrenen 3- und 4*-Paaren wie Oliver Townend, der nach mehreren 'Warnungen' durch hartes Anschlagen bzw. Bein-Hängenlassen schliesslich bei 26 stürzte. Auch Landvision von Mark Todd wirkte im letzten Streckenteil müde, aber der geschickte Reiter 'trug' ihn ins Ziel. Daneben gab es sensationelle Bilder wie die strotzfite Prada mit Lucinda Fredericks, die ein 'masterpiece of forward-thinking' ablieferte, oder Nicola Wilson mit Opposition Buzz, einem Pferd, das so locker und 'bouncy' über die Sprünge hüpfte, dass man meinte, es seien Gymnastiklinien. Oder Altmeister Andrew Nicholson, der seine beiden Pferde überzeugend, schnell und fit ins Ziel brachte - und damit zum 31. Mal Badminton beendete!

Zu den Enttäuschungen zählte natürlich das Ausscheiden von Thunder und Jrina. Thunder, der bis anhin noch nie ein Eisen abgezogen hatte an einer Prüfung, verlor eins bereits zwischen 6 und 7. Eher flachhufig und ungewohnt, barfuss zu gehen, wurde er schon bald etwas rückhaltig und stoppte ein erstes Mal bei 13, der schmalen, schrägen Hecke hinter dem Wassergraben, ein zweites Mal bei dem Tiefsprung 16A und ein drittes Mal bei 20. Die Husohle war auch im Nachhinein etwas schmerzempfindlich; seit er wieder ein Eisen drauf hat, geht er aber gerade. Natürlich können auch noch andere Faktoren mitgewirkt haben: die vielen Vorkommnisse drückten etwas auf die Moral - unter anderem der Sturz von Ingrid Klimke, der zu einem Prüfungsunterbruch unmittelbar vor Jrinas Start führte. Das merkwürdige Gefühl, als er nicht mehr wie gewohnt zog, das die sonst aggressivere Reitweise etwas bremste, die Tatsache, dass beide noch 'grün' sind auf diesem Level, und vielleicht auch noch Thunders bekanntlich nicht gerade übergross-innige Vorliebe für nasse Füsse? Wer ihn zu Beginn der Strecke sah, war sehr angetan von seiner stupenden Springweise, auch die Mitglieder der Ground Jury bestätigte dies. Und wer ihn im unwesentlich kürzeren Gelände von Boekelo ins Ziel kommen sah und weiss, wie gut er die Kondition noch verbesserte seither, wird kaum behaupten, dass bereits nach 8 Minuten 'die Luft raus' war. Erstaunlich war allerdings, dass auch ultraschnell wirkende Pferde wie Franco Jeas von Andreas Ostholt relativ plötzlich leer waren und sogar aufgeben mussten. - Wirklich schlüssige Antworten gibt es in unserem Sport selten, höchstens Hinweise, woran in Zukunft noch gearbeitet werden muss. Der sympathische Tenor bei den englischen Friends war: "You have to come back next year!"

Da alle Teammembers am Rumrennen waren, gibt's nur wenige Fotos - aber diese paar wenigen zeigen wir mit Vergnügen. Wahrscheinlich gibt's am Schlusstag noch ein paar mehr von den Profifotografen?

Michele Moor war mit einer ganzen Gruppe von Kunden der Bank Wegelin & Co angereist und fand noch die Zeit, uns vor dem Start einen wichtigen Tipp zu geben zur Doppel-Ecke 15 AB: nachdem es schon unter den ersten Reitern zu Schwierigkeiten kam, empfahl es sich die zwar zeitraubende, aber bedeutend sicherere Alternative zu reiten, was bis auf wenige Ausnahmen (Todd mit Major Milestone, Dibo mit Fantasia, Marina Köhnke mit Calma Schelly, und ein paar wenige mehr) alle machten.

Vorbereitungen

Start